Server-Leben

Schmerzhafter Ausblick

Nein, ich mag Outlook nicht. Und das hat jetzt nichts mit großen und grundsätzlichen Überlegungen zu freier Software und Open Source zu tun. Tatsächlich habe ich keine grundsätzlichen Schwierigkeiten mit Microsoft-Produkten - ich nutze sie nur einfach nicht, wenn ich es nicht muss. Ich habe einen Rechner zum Zocken, auf dem läuft Windows 7, und das tut, was es soll. Aber ansonsten habe ich mich von Microsoft verabschiedet, weil es meinem Bedarf nicht entspricht.

Das ist zum Teil schon ziemlich lange her. Zum Beispiel lernte ich schmerzhaft, das ältere Word-Versionen Dateien ab einer gewissen Größe nicht mehr zuverlässig speicherten. Das merkte ich kurz vor Studienende, als ich meine Magisterarbeit schrieb. Schließlich habe ich das gute Stück mit Ventura Publisher gesetzt und gedruckt, und ich war heilfroh darüber. Erstens, weil es besser aussah, zweitens, weil es einfach funktionierte. Das war 1991 und der erste Schritt weg von Microsoft.

Wie geschrieben, ich nutze Microsoft-Software nicht mehr. Weil ich immer Besseres (für meinen Bedarf - YMMV) fand, und weil ich die Software nicht leiden kann. Outlook zum Beispiel. Eigentlich das ganze Office-Gedöns der neueren Versionen.

Andererseits arbeite ich auch. In einem Unternehmen. In einem Unternehmen, dessen Management vermutlich todunglücklich wäre, wenn man nicht mit dem arbeiten würde, mit dem alle arbeiten. Es hat wohl etwas mit überteuerten Wartungsverträgen, kostenpflichtigem Support und dem allmächtigen "Das haben wir schon immer so gemacht, seit wir keine Schreibmaschinen mehr haben" zu tun.

Also Outlook.

Outlook ist eigentlich super, wenn man mit Exchange-Servern zu tun hat. Exchange-Server sind eine feine Sache für - äh - "Groupware"-Arbeiten. Man kann ganz dolle Termine erstellen, Leute dazu einladen, unübersichtliche Adressbücher pflegen und weiß der Henker noch 'was. Nur so am Rande: Die Terminpläne werden bei uns dann nicht etwa in Outlook/Exchange gepflegt, sondern als Word-Dokumente. So viel zur Nutzung von Exchange für das, was es kann. Dass die Dinger dann auch noch als Mail-Server nach außen ins Netz genutzt werden, ist nur noch mit Menschenhass zu erklären.

Und beim Stichwort Menschenhass sind wir wieder bei Outlook angekommen.

Als Mail-Programm war das eigentlich schon immer Schrott, und dabei ist es sich treu geblieben. Aber mittlerweile ist es im Zustand der Unnutzbarkeit angelangt. Banale Dinge wie Ausdrucke erfordern Klick-Orgien auf irgendwelche doofen Reiter. Die Microsoft-Anleitung zum Anlegen eines neuen Mail-Accounts ist länger als dieser Text. Und dann kann diese Blödbürste von Software erst in der jüngsten Version mit ActiveSync kooperieren, obwohl dieses Protokoll (gnarf) von Microsoft selbst stammt.

Aber das ist jetzt schon Techie, und darum geht's mir jetzt gar nicht. Ich habe unsere Kolleginnen im Sekretariat gefragt, wie sie's so finden. Die interessieren sich nicht für Technik, die interessieren sich nicht für Software-Polit-Überlegungen - die interessieren sich für ihren Arbeitsalltag.

Sie mögen Outlook nicht.

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